Otto Nebel. Farbe Sprache Form

19.06.2026 – 18.10.2026

«Ich will das Licht geben, keine dinghaften Erinnerungsbilder.»
Otto Nebel, Tagebuch 31.12.1929

Otto Nebel (1892-1973) war Maler und Dichter zugleich; Sprache und Bild blieben in seinem Werk untrennbar verbunden. Aus dem Umfeld der Berliner «Sturm»-Bewegung kommend, trat er zunächst als Wortkünstler hervor. In seiner Kriegsgefangenschaft in England entstand 1919 mit Zuginsfeld eine expressionistische Antikriegsdichtung. Später entwickelte er mit den Runenfugen eine auf Rhythmus, Wiederholung und Klang gegründete Sprachkunst, deren Prinzipien in seine Malerei eingingen.

1933 sah sich Nebel gezwungen, Deutschland zu verlassen und liess sich mit seiner Frau Hilda in Bern nieder. Unter schwierigen Lebensbedingungen wurde ihm die künstlerische Arbeit dort zur existenziellen Stütze.

Mit den Künstlerfreunden Paul Klee und Wassily Kandinsky verband ihn eine tiefe geistige Verwandtschaft. Reisen nach Italien prägten seine Auseinandersetzung mit Farbe und Licht, die er zu «bauwerklichen Sinngefügen» verdichtete. Seine Italien- und Kathedralbilder führten ihn zu einer eigenen Bildsprache zwischen Wahrnehmung und Abstraktion. In seinen späteren Werken verband er Farbe, Form und Zeichen zu einer poetischen Einheit.

Die Ausstellung lädt dazu ein, Otto Nebel als eigenständigen und vielseitigen Künstler neu zu entdecken.

 

Otto Nebel, Aufgelockert (Ausschnitt), 1956
Öl auf Leinen, 53.5 x 52 cm
Otto Nebel-Stiftung

Eine Ausstellung/Veranstaltung von:

schloss-spiez